Der Relativismus der Sophisten


>>Wanderlehrer, die Ihr Wissen für Geld verkaufen, sogenannte Sophisten, zum Beispiel Gorgias (485 – um 380 v. Chr.) und Protagoras (um 480 – um 410 v. Chr.), lenken die philosophische Diskussion von der Natur auf den Menschen und machen das Denken und die Sprache selbst zum Gegenstand der Untersuchung. Die meisten Sophisten vertreten einen starken Relativismus. Der Relativismus behauptet, dass alle Meinungen und Aussagen relativ sind, dass es keine objektive Wahrheit gibt. Protagoras verkündet, der Mensch sei das Maß aller Dinge (Homo-mensura-Satz), was üblicherweise als die These interpretiert wird, dass die Wahrheit einer Aussage über die Welt vom Menschen abhängt. Dieser Relativismus führt viele Sophisten zu einem falschen Verständnis der Philosophie […]: Da es keine objektive Wahrheit gibt, gehe es in der Philosophie nur darum, den Gesprächspartner durch geschickte Rhetorik von der eigenen Meinung zu überzeugen.<< [Jonas Pfister; Philosophie – Ein Lehrbuch; 2. Auflage 2010]